besuchen und begleiten b u b

„besuchen und begleiten“ ist eine anerkannte Kursanbieterin der Kommission für Seelsorgeaus- und -weiterbildung SAK der Deutschschweizerischen Kirchenkonferenz DSKK. Die DSKK ist ein Zusammenschluss der evang.-ref. Kantonalkirchen der Deutschschweiz. Die SAK ist zuständig für die Planung, Sicherung und Entwicklung von Seelsorgeaus- und Weiterbildung von Pfarrern und Pfarrerinnen und anderen kirchlichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, die sich in qualifizierter Weise mit kirchlicher Seelsorge befassen. Die röm.-kath. Kirche wirkt durch eine Vertretung der Ordinarienkonferenz in dieser Kommission mit und anerkennt die von der SAK verantworteten Kurse.

So hat es angefangen

Vor einigen Jahren kam der Wunsch auf, eine anspruchsvolle Ausbildung für Laien, das heisst für Personen ohne Theologiestudium, in seelsorgerlicher Begleitung von Menschen in schwierigen Lebenssituation anzubieten. Dies als Ergänzung zum Clinical Pastoral Training CPT, einer seit jahrzehnten bewährten Spezialausbildung für professionelle SeelsorgerInnen. Dieser Wunsch kam von ganz verschiedenen Seiten. Da waren die Freiwilligen, die ihre Aufgabe sehr ernst nehmen und die den gestiegenen Herausforderungen angesichts der „modernen“ Lebensproblematik gewachsen sein möchten. Da waren Pfarrerinnen, Pfarrer, und andere berufliche Seelsorgerinnen und Seelsorger, denen Einzelseelsorge sehr wichtig ist und die ständig an zeitlich an Grenzen stossen. Da waren Verantwortliche für den Einsatz von Freiwilligen in Besuchsdiensten, die sich kompetente Freiwillige wünschen aber aus diesem oder jenem Grund nicht selber eine entsprechende Ausbildung anbieten können. Und schliesslich waren es die Leitenden von CPT-Kursen, die in zunehmendem Masse Interessierte abweisen mussten, weil sie die Zulassungsbedingungen nicht erfüllten.
Im 2003 hat eine Spurgruppe aus drei CPT-SupervisorInnen in Form eines Pilotprojektes einen ersten Jahreskurs angeboten, welcher auf grosses Interesse stiess. Seither wird dieser Kurs regelmässig angeboten.

Ab 2007 ein definitves und erweitertes Angebot

Das Pilotprojekt hat ein umfassenderes Bedürfnis nach Schulung von Freiwilligen im Bereich diakonische und seelsorgerlicher Begleitung von Menschen in schwierigen Lebenssituationen sichtbar gemacht. Darauf hat die Spurgruppe im Sinne der Charta Oecumenica eine ökumenisch zusammengesetzte Projektgruppe „besuchen und begleiten“ gebildet und ein erweitertes Angebot an Kursen für Freiwillige mit dem Schwerpunkt seelsorgerliche Begleitung konzipiert. Die SAK hat diese Gruppe mit ihrem Kursangebot anfangs 2006 akreditiert. Das aktuelle Kursangebote können Sie auf dieser Website einsehen.
Die Kursleitenden haben alle langjährige Erfahrung in der seelsorgerlichen Begleitung in verschiedensten Zusammenhängen. Alle sind seit Jahren in der Ausbildung und Begleitung von Freiwilligen im kirchlichen Bereich tätig.
Die Projektgruppe bürgt zusammen mit der Kommission für Seelsorgeaus- und weiterbildung SAK dafür, dass die Kurse einem hohen Qualitätsstandard und den Berufsethischen Richtlinien der SAK entsprechen.

Anerkennung der Arbeit von Freiwilligen durch Aus- und weiterbildung

Freiwillige leisten in Gesellschaft und Kirche unverzichtbare Dienste. Und das hat nicht nur, wenn zwar auch, finanzielle Gründe. Es gibt Aufgaben, die gar nicht finanzierbar sind. Theoretisch geht es auch ohne, wenn wir in Kauf nehmen wollen, dass unsere Gesellschaft in eine soziale Eiszeit gerät. Immer wieder waren es Menschen, die aufgrund ihrer religiösen Überzeugung, herausgefordert vom biblischen Anspruch der Nächstenliebe, sich um die Not anderer gekümmert und ihr Leid damit gelindert haben. Freiwillige ergänzen in entscheidender Weise professionelle Hilfe mit ihrer speziellen Kompetenz. Statistische Erhebungen zeigen ein widersprüchliches Bild betreffend Religiösität und Kirchenzugehörigkeit: Eine Mehrheit der Menschen, die sich als Christen bezeichnen und sich als Christen fühlen, stehen heute auf Distanz zu den Kirchen. Kirchenferne Menschen lassen sich erfahrungsgemäss leichter auf Kontakte mit Freiwilligen als professionelle Seelsorger ein. Ein sprechendes Beispiel dafür ist die Telefonseelsorge.
Freiwilligenarbeit ist keine Konkurrenz für die Profis, sondern eine wichtige Ergänzung. Sie vervielfältigt die Möglichkeiten der beruflichen SeelsorgerInnen, wenn die Freiwilligen mit der nötigen Kompetenz ausgerüstet sind. Über Jahre breitete sich die Haltung aus, die Menschen müssten zu den Seelsorgern kommen, wenn sie ihrer bedürften. Inzwischen hat man vielerorts begriffen, dass die Seelsorgenden nach dem Beispiel Jesu zu den Bedürftigen gehen müssen. Wenn wir das in den Kirchgemeinden und Pfarreien ernst nehmen, ist das nur mit Hilfe von Freiwilligen zu bewältigen.
Freiwilligenarbeit gebührt hohe Anerkennung. Diese Einsicht hat sich in den letzten Jahren in weiten Kreisen durchgesetzt. Anerkennung und Wertschätzung bedeutet vor allem qualitativ hochstehende Aus- und Weiterbildung und fachliche Begleitung.

Zusammenarbeit

Wir machen unser Kursangebot nicht mit einem exklusiven Anspruch auf die Aus- und Weiterbildung von Freiwilligen. Seelsorge, Seelsorge in einem weiten Sinne, ist der Hauptakzent unserer Kurse. Als Grundsatz kann eine Formulierung von Pfarrer Ernst Schwyn dienen, der es in einem Vortrag zum Thema Seelsorge am heutigen Menschen so formuliert hatte: «Nicht die Seele des Menschen ist das Arbeitsfeld der Seelsorge, sondern der Mensch in seinem ganzen Sosein und Hiersein, in seiner heutigen Verkettung und Problematik, in seiner persönlichen und sozialen Gebundenheit und Freiheit, in seiner existentiellen Krise und Desorientierung.» In diesem Sinne verstehen wir unsere Kurse als Ergänzung zu bestehenden Angeboten. Die Koordination mit andern offiziellen kirchlichen Anbietern ist der Gruppe „besuchen und begleiten“ ein Anliegen. Deshalb sind zur Zeit z.B. keine Kurse in Begleitung von Sterbenden geplant, weil viele Spitalpfarrämter und die Caritas solche Kurse anbieten. Es gibt genug zu tun für alle, die Leiden und Not in unserer Welt lindern wollen, ob im Motivieren und Fördern von Helferinnen und Helfern, ob im konkreten Einsatz – auch bei uns.

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