Titel
Das neue Weiterbildungsprogramm in Seelsorge und Pastoralpsychologie nach Bologna Standard

Certificate of Advanced Studies in Pastoral Care and Pastoral Psychology, CAS PCPP, Universität Bern

Diploma of Advanced Studies in Pastoral Care and Pastoral Psychology, DAS PCPP, Universität Bern

Master of Advanced Studies in Pastoral Care and Pastoral Psychology, MAS PCPP, Universität Bern

Qualifizierte Seelsorge ist ein zentrales Anliegen

Qualifizierte Seelsorge ist ein zentrales Anliegen und eine zentrale Aufgabe der Kirchen. Die Seelsorgeweiterbildung hat in der Schweiz eine lange Tradition. Das Clinical Pastoral Training (cpt) gibt es seit 1972, damals von der Evang.-ref. Landeskirche des Kantons Zürich initiiert. 1990 kam die Gefängnisseelsorge ssmv dazu (seit 1999 auch als aws – Weiterbildung angeboten). Seit 1996 wurden von Prof. Dr. Ch. Morgenthaler Weiterbildungen in systemischer Seelsorge angeboten. Daraus entstand 2002 die sysa, die seither Weiterbildungen in systemischer Seelsorge anbietet. Die Studiengänge in Alters- und Krankenheimseelsorge (akhs) und Lösungsorientierter Seelsorge (los) ergänzen nun diese Palette von Spezialseelsorge-Weiterbildungen.

Die Kommission für Aus- und Weiterbildung in Seelsorge aws bietet in Kooperation mit der Universität Bern seit 2009 die Langzeit-Seelsorgeweiterbildung nach Bologna Standard an. Nachdem die ersten Zertifikatskurse (CAS) gestartet sind, folgen 2010 eine Diplom-Studiengang (DAS) der cpt und 2011 der sysa. Ein Master-Studiengang in Seelsorge und Pastoralpsychologie (MAS) ist in Planung.

Die bewährten bisherigen Seelsorgeweiterbildungen - Clinical Pastoral Training (cpt), Seelsorge im Straf- und Massnahmenvollzug - Gefängnisseelsorge (ssmv) und Systemische Seelsorgeweiterbildung (sysa) - bleiben mit ihren spezifischen Ausrichtungen und Lernmodellen in den Studiengängen erhalten. Sie erfahren eine Ergänzung durch universitäre Module und durch den Bologna-Normen entsprechende Abschlüsse.

Die Gründe für diese Neuerung

Die aws passt ihre Weiterbildungen in Seelsorge und Pastoralpsychologie der Bologna Studienreform an. Sie tut dies vor allem aus zwei Gründen.

Zum einen erreicht sie damit eine Aufwertung, beziehungsweise eine dem Bildungsstand entsprechende Wertung der Langzeit-Seelsorgeweiterbildungen. Und sie werden dadurch mit den Aus- und Weiterbildungen verschiedenster Richtungen auf Fachhochschul- und Universitätsstufe vergleichbar. Das ist für die Seelsorgeweiterbildungen insofern von Bedeutung, als kirchliche Aus- und Weiterbildungen bisweilen als minderwertig eingestuft werden, wobei die von der aws verantworteten Kurse schon bisher in Qualität und Umfang den heutigen Standards von Bologna weitgehend entsprochen haben. Darüber hinaus vermitteln die aws-Kurse mit ihren praxisbezogenen Trainings eine Qualifikation für den praktischen Alltagseinsatz, die sehr geschätzt und anerkannt ist.
Zum zweiten bieten die zusätzlichen universitären Module ein vertieftes und aktualisiertes Fachwissen in Seelsorge und Pastoralpsychologie und in andern, der jeweiligen Weiterbildung entsprechenden, spezifischen Fächern an.

Ausweitung der Kooperation mit Theologischen Fakultät der Universität Bern

Weil ein Zertifikat (CAS), Diplom (DAS) und Master (MAS) gemäss Bologna-Richtlinien nur eine Universität oder Fachhochschule vergeben kann, werden die Weiterbildungen in Zusammenarbeit der aws und Theologischen Fakultät der Universität Bern angeboten. Diese Kooperation lag nahe, weil die Gefängnisseelsorge (Seelsorge im Straf- und Massnahmenvollzug ssmv) seit ihren Anfängen vor mehr als 15 Jahren dort beheimatet ist. Diese Erfahrungen erleichtern den Start.

Zuständig für die Koordination, die Qualitätssicherung und die Finanzen ist die Kommission für Aus- und Weiterbildung in Seelsorge (aws) der Deutschschweizerischen Kirchenkonferenz, in der seit 1993 auch die röm.-kath. Kirche vertreten ist. Diese Aufgaben werden in Zukunft in enger Kooperation mit der Programmleitung der Theologischen Fakultät der Universität Bern wahrgenommen.

Die neuen Weiterbildungen in Seelsorge und Pastoralpsychologie


Im Reglement für das Weiterbildungsprogramm in Seelsorge und Pastoralpsychologie“ der Universität sind diese Weiterbildungen wie folgt beschrieben:

"Das Weiterbildungsprogramm richtet sich an Personen, die sich in Pastoralpsychologie und Seelsorge weiterbilden wollen. Es qualifiziert zu professioneller Tätigkeit in einem Pfarramt oder einem Spezialamt der Seelsorge (Gefängnis-, Klinik- und Heimseelsorge u. a.)...

Das CAS-Studium thematisiert Seelsorge an Menschen in unterschiedlichen Lebens- und Krisensituationen. Es trägt zur Entwicklung der Fähigkeit der Teilnehmenden bei, Menschen in ihren Vernetzungen differenziert wahrzunehmen, Seelsorgeprozesse in einem ausgewählten Arbeitsfeld zu reflektieren und professionell zu gestalten und persönliche und strukturelle Voraussetzungen und Implikationen dieser Arbeit zu verstehen.

Das DAS-Studium thematisiert in vertiefter Weise Seelsorge und Beratung von Menschen in unterschiedlichen Lebens- und Krisensituationen. Es trägt zur Entwicklung der Fähigkeit der Teilnehmenden bei, Menschen in ihren Vernetzungen differenziert wahrzunehmen, Seelsorge- und Beratungsprozesse in unterschiedlichen Arbeitsfeldern zu reflektieren und professionell zu gestalten und persönliche und strukturelle Voraussetzungen und Implikationen dieser Arbeit vertieft zu verstehen. Die Teilnehmenden erwerben zudem Fähigkeiten zur institutionellen Arbeit und Qualitätssicherung in ihrem beruflichen Umfeld.

Die Absolventinnen und Absolventen des MAS-Studiums erwerben vertiefte berufsfeldbezogene Handlungskompetenzen, bearbeiten aus theologisch-ethischer Perspektive Gesamtfragen der Seelsorge und reflektieren deren gesellschaftliche Bezüge. Sie besitzen vertiefte Kenntnisse in jenen Wissenschaften, die für ihre Tätigkeit relevant sind, und kennen den aktuellen wissenschaftlichen Diskurs in Seelsorge und Pastoralpsychologie. Sie spezialisieren sich in einem oder mehreren Arbeitsfeldern."

Die Weiterbildungen konkret

Alle vier Weiterbildungen haben einen vergleichbaren Aufbau. Das ganze Weiterbildungsprogramm ist moduliert konzipiert und gliedert sich in:

  • studiengangspezifische thematische Kurssequenzen,
  • studiengangübergreifende thematische Kurssequenzen,
  • Trainings-Module,
  • Praktika,
  • Supervision,
  • Praxisgemeinschaften,
  • Abschlussarbeiten bei DAS- und MAS-Studiengängen, teils auch im CAS

Die studiengangspezifische thematische Kurssequenzen, die Trainings-Module und die Praktika entsprechen grundsätzlich den bisherigen Kursen und werden durch die einzelnen Kurs-Anbieter durchgeführt. Die studienübergreifende Kurssequenzen sind in der Regel Veranstaltungen der theologischen Fakultät der Universität Bern. Praxisgemeinschaften bilden sich in der Regel innerhalb eines Weiterbildungsganges.

Die Seelsorge-Nachdiplomstudien nach den Bologna-Richtlinien starten mit einem CAS-Studiengang: Alters- und Krankenheimseelsorge (akhs), Clinical Pastoral Training (cpt), Seelsorge im Straf- und Massnahmenvollzug (ssmv), Systemische Seelsorgeweiterbildung (sysa). Die weiteren Details sind in diesem Programmheft beschrieben.

Zulassungsbedingung

Auszug aus dem „Reglement für das Weiterbildungsprogramm in Seelsorge und Pastoralpsychologie“ der Universität Bern. Das Reglement und weitere Informationen finden Sie auch unter www.theol.unibe.ch/weiterbildung/index.html

Allgemeine Voraussetzungen:
Die Zulassungsbedingungen zum CAS-Studiengang sind kumulativ.

    a) Universitärer Hochschulabschluss an einer theologischen Fakultät auf Master-Stufe
    b) Seelsorgeerfahrung oder Erfahrung in ähnlichen Bereichen von Begleitung und Beratung

Die Zulassungsbedingungen zu den DAS- und MAS-Studiengängen sind kumulativ:
    a) Erfolgreich absolviertes CAS,
    b) Seelsorgeerfahrung oder Erfahrung in ähnlichen Bereichen von Begleitung und Beratung,
    c) Tätigkeit in der praktischen Seelsorge im Gemeinde- resp. Spezialamt, als Supervisor oder Supervisorin oder als Dozentin oder Dozent der Seelsorge an einer Hochschule.

Die Programmleitung kann diese Bedingungen konkretisieren. Sie kann auf Antrag einer Studienleitung Ausnahmen bewilligen.

Zulassungsgespräch

Bewerberinnen und Bewerber, welche die allgemeinen Voraussetzungen erfüllen, bewerben sich in einem Zulassungsgespräch um die Aufnahme ins Studium.

Zulassung zur Teilnahme an einzelnen Modulen

Interessentinnen und Interessenten, die nur an einzelnen Modulen des Studiengangs teilnehmen wollen, können zugelassen werden, wenn sie die allgemeinen Voraussetzungen erfüllen und freie Plätze vorhanden sind.

Entscheid über die Zulassung

Über die Zulassung zu einem Studiengang entscheidet die zuständige Studienleitung aufgrund der allgemeinen Bedingungen und des Zulassungsgesprächs.

Teilnehmendenzahl

Ein Studiengang wird durchgeführt, wenn aufgrund der eingegangenen Anmeldungen die Finanzierung gewährleistet ist. Die entsprechende Studienleitung kann im Einvernehmen mit der Programmleitung die Zahl der Teilnehmenden beschränken.

Auswahl

Sofern die Zahl der Interessentinnen und Interessenten die Zahl der freien Plätze übersteigt, legt die Programmleitung in Zusammenarbeit mit der jeweiligen Studienleitung Selektionskriterien fest, anhand derer letztere die Aufnahme in den entsprechenden Studiengang durchführt.
Ein besteht kein Anspruch auf Zulassung.

Abschluss

Die Theologische Fakultät und die aws stellen den Absolventinnen und Absolventen das ‚Certificate of Advanced Studies in Pastoral Care and Pastoral Psychology, CAS PCPP, Universität Bern’ aus, wenn alle Leistungskontrollen der Veranstaltungen erfüllt sind.
Sie stellt den Absolventinnen und Absolventen das ‚Diploma of Advanced Studies in Pastoral Care and Pastoral Psychology, DAS PCPP, Universität’ aus, wenn sie das DAS-Studium mit einer genügenden Note abgeschlossen haben.
Sie verleiht den Titel ‚Master of Advanced Studies in Pastoral Care and Pastoral Psychology (MAS PCPP), Universität Bern’, wenn das MAS-Studium mit einer genügenden Note abgeschlossen worden ist.

Teilnehmende einzelner Module und Teilnehmende, die die obligatorischen Module besucht, jedoch auf die Leistungskontrollen verzichtet haben, erhalten eine Teilnahmebestätigung. Dasselbe gilt für Teilnehmende, welche den Studiengang mit einer ungenügenden Note abgeschlossen haben. Bei Vorliegen der nötigen Leistungskontrollen werden die ECTS-Punkte für das entsprechende Modul ausgewiesen.

Auskünfte

Auskünfte erteilen Ihnen gerne die Verantwortlichen der einzelnen Seelsorgeweiterbildungen und der Programmkoordinator.

Die Adressen finden Sie auf den Seiten der einzelnen Studiengängen.

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